Schimmel ist ein Feuchtigkeitsproblem. Sporen sind überall, wachsen aber nur auf dauerhaft feuchten Oberflächen. Wird die Feuchtigkeit kontrolliert, fehlen die Wachstumsbedingungen. Ein werksgefertigter Holzbau aus trockenen Bauteilen vermeidet eingeschlossene Baufeuchte; eine luftdichte Gebäudehülle und kontrollierte Wohnraumlüftung halten die Luftfeuchtigkeit im Alltag stabil. Dieser Ratgeber erklärt die Bauphysik und zeigt, welche baulichen Entscheidungen dafür sorgen, dass ein Haus im Alltag trocken bleibt.
Schimmel ist vor allem ein Feuchtigkeitsproblem. Dieser Ratgeber konzentriert sich auf eine Frage: Was hält ein Haus trocken, und welche baulichen Entscheidungen sorgen dafür? Den größeren Zusammenhang zur Innenraumluft erklärt der Ratgeber zur Innenraumluft; wie Frischluft kontinuierlich zugeführt wird, zeigt der KWL-Ratgeber. Hier geht es um die Feuchtigkeit selbst.
Wie entsteht Schimmel im Neubau?
Schimmel braucht gleichzeitig drei Dinge: Sporen, eine geeignete Nährstoffquelle und Feuchtigkeit. Sämtliche Sporen aus einem Haus fernzuhalten, ist kaum möglich; abgelagerter Staub und übliche Oberflächenmaterialien können als Nährstoffquelle dienen. Feuchtigkeit ist der in der Praxis kontrollierbare Faktor.
Damit wird Schimmelvermeidung zu einer Frage der Feuchte. Eine trockene Oberfläche wird nicht von Schimmel besiedelt. Sporen keimen erst, wenn eine Oberfläche anhaltend feucht bleibt, im Allgemeinen dann, wenn die relative Luftfeuchtigkeit an dieser Oberfläche lange genug über rund 70 % liegt. Bleiben Oberflächen unter diesem Wert, fehlen die Wachstumsbedingungen. Deshalb kann dasselbe Haus in einem Raum frei von Schimmel sein und in einem anderen sichtbare Spuren aufweisen: Entscheidend ist, wo sich Feuchtigkeit sammelt, nicht wo Sporen landen.
Diese Oberflächenfeuchte hat im Haus zwei Quellen. Die erste ist Baufeuchte, also Wasser, das während der Montage in die Konstruktion gelangt. Die zweite ist die im Alltag entstehende Feuchtigkeit, die Menschen durch Atmen, Kochen, Duschen und Wäschetrocknen täglich in die Raumluft einbringen. Werden beide Quellen kontrolliert, bleibt das Haus trocken. Fehlt diese Kontrolle, entstehen an den kältesten Oberflächen günstige Bedingungen für Schimmel, typischerweise hinter Möbeln, in Ecken und an Wärmebrücken, wo die Wand so kalt wird, dass Feuchtigkeit kondensiert.
Schimmel ist ein spätes Anzeichen für ein Feuchtigkeitsproblem. Wenn er sichtbar wird, war eine Oberfläche bereits lange genug feucht, damit Sporen sie besiedeln konnten. Vorbeugung bedeutet, die Innenoberflächen trocken zu halten.
Warum sind konventionelle Neubauten anfangs feucht?
Ein konventionell errichtetes Haus aus Mauerwerk oder Beton wird nass gebaut. Beton, Estrich für die Böden und Wandputz werden auf der Baustelle mit Wasser gemischt und vor Ort eingebracht. Die bauphysikalische Fachliteratur weist seit Langem darauf hin, dass diese Baufeuchte erheblich ist und erst über Monate aus der Konstruktion entweicht. Sie trocknet während der ersten Heizperioden nach dem Einzug allmählich aus.
Während dieser Trocknungsphase geben die frischen Baustoffe Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Erfolgt der Einzug, solange der Rohbau noch feucht ist, kann die Luftfeuchtigkeit so weit steigen, dass sich an kalten Oberflächen Kondensat bildet, besonders wenn die Lüftung die aus den Wänden austretende Feuchtigkeit nicht schnell genug abführt. Tritt dieses Problem in einem Massivhausneubau auf, kann verbliebene Baufeuchte die Ursache sein. Dann ist eine ausreichende Lüftung nötig, damit die Konstruktion sicher weiter austrocknen kann.
Ein werksgefertigtes Holzfertighaus kann diese Phase vermeiden, wenn die Gebäudehülle aus trockenen Schichten besteht. BIOBUILDS, der europäische Hersteller von Holzfertighäusern auf Basis eines Passivhaus-zertifizierten Bausystems, baut genau nach diesem Prinzip: Beton, Estrich und Nassputz werden nicht in die Konstruktion eingebracht. Das Holz wird technisch getrocknet und mit kontrollierter Holzfeuchte angeliefert. Dabei ist der Grenzwert entscheidend.
| Konventionelle Nassbauweise | Trockener Holzbau aus dem Werk | |
|---|---|---|
| Beton, Estrich und Putz auf der Baustelle | Ja, mit Wasser eingebracht | Nein |
| Trocknungsphase nach dem Einzug | Monate, über die ersten Heizperioden | Keine; trocken geliefert |
| Feuchte der Tragkonstruktion bei der Montage | Je nach Gewerk und Witterung unterschiedlich | Technisch getrocknetes Holz unter 19 % |
| Witterungseinfluss während der Montage | Kann offen der Witterung ausgesetzt bleiben | In der Werkhalle montiert und anschließend abgedichtet |
BIOBUILDS fertigt jedes Haus nach diesem Prinzip in der Werkhalle. C24-Konstruktionsholz wird erst verbaut, nachdem seine Holzfeuchte geprüft wurde; die Montage findet unter einem Dach und vor Witterung geschützt statt. Das Haus kommt als trockene, abgedichtete Konstruktion auf dem Grundstück an und wird auf Schraubfundamenten aufgestellt. Dadurch gelangt nach der Montage keine Baufeuchte aus einem nassen Betonfundament in das Haus.
Wie eine luftdichte Gebäudehülle und die KWL die Luftfeuchtigkeit regeln
Werden nasse Baustoffe vermieden, ist die anfängliche Feuchtigkeitsquelle beseitigt. Die Feuchtigkeit aus dem Alltag entsteht dagegen fortlaufend: Atmen, Kochen, Duschen und Wäschetrocknen geben Wasserdampf an die Raumluft ab. Trifft dieser Wasserdampf auf eine Oberfläche, deren Temperatur unter dem Taupunkt liegt, kondensiert er. Eine luftdichte Gebäudehülle mit kontrollierter Wohnraumlüftung führt feuchte Luft kontinuierlich ab, bevor der Wasserdampf an diesen Oberflächen kondensieren kann.
Luftdichtheit funktioniert nur zusammen mit einer geplanten Lüftung. Unkontrollierte Luftströmungen durch Fugen gewährleisten keinen verlässlichen Luftwechsel und können feuchte Luft in kältere Bereiche der Gebäudehülle transportieren. Eine luftdichte Ebene steuert diese Luftbewegung. Die kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung (KWL) führt verbrauchte, feuchte Luft aus Küche und Bad ab und versorgt die Wohnräume rund um die Uhr mit frischer, gefilterter Luft.
Jedes BIOBUILDS-Haus basiert auf einem einheitlichen, Passivhaus-zertifizierten Bausystem. Dazu gehören eine 35 cm starke Holzrahmenwand aus C24-Konstruktionsholz mit hocheffizienter STEICO-Holzfaserdämmung, eine luftdichte Membran und eine wärmebrückenfreie Ausführung. Für die Schimmelvermeidung sind zwei Folgen dieser Bauweise entscheidend. Die wärmebrückenfreie Detailplanung hält die Temperaturen der Innenoberflächen stabil und begrenzt dadurch kalte Stellen, an denen Kondensation beginnt. Die KWL läuft kontinuierlich, trägt zu einer stabilen Luftfeuchtigkeit bei und filtert 99 % des Staubs und der Allergene aus der Zuluft. In Verbindung mit 98 % organischen Materialien, formaldehydfreien Innenoberflächen und einer Konstruktion ohne VOC-Emissionen kontrolliert das System die Feuchtigkeit und filtert die Zuluft, ohne dass dafür regelmäßig die Fenster geöffnet werden müssen.
Luftdichtheit und Lüftung bilden ein System. Die Gebäudehülle steuert die Luftbewegung durch die Konstruktion, während die KWL die von den Bewohnern erzeugte Feuchtigkeit abführt. Gemeinsam halten sie Luftfeuchtigkeit und Oberflächentemperaturen in einem Bereich, der Schimmel bei normaler Nutzung verhindert.
Schimmelvermeidung beginnt beim Bausystem
Die Entscheidungen zur Schimmelvermeidung werden bei der Planung und im Werk getroffen. Die trockene Montage kontrolliert die Baufeuchte, die wärmebrückenfreie Detailplanung hält die Innenoberflächen wärmer, und die kontinuierliche Wohnraumlüftung führt die im Alltag entstehende Feuchtigkeit ab. Gemeinsam wirken diese Maßnahmen fortlaufend als Teil des Bausystems.
- Technisch getrocknetes C24-Konstruktionsholz, das mit weniger als 19 % Holzfeuchte verbaut und in der Werkhalle montiert wird
- Trockene Innenschichten ohne Beton, Estrich oder Nassputz in der Konstruktion
- Detailplanung ohne Wärmebrücken, die die Temperaturen der Innenoberflächen stabil hält
- Luftdichte Gebäudehülle, 30-mal luftdichter als ein Standardneubau, zur Steuerung der Luftbewegung
- Kontinuierlich laufende KWL, die das gesamte Luftvolumen im Haus ungefähr alle zwei Stunden über ihre Filter austauscht
- 98 % organische Materialien, formaldehydfreie Innenoberflächen und keine VOCs
Dieselbe Gebäudehülle sorgt außerdem dafür, dass der Heizwärmebedarf bei rund 15 kWh/m² pro Jahr liegt und damit nur einen Bruchteil des Bedarfs typischer Bestandsgebäude ausmacht. Trockenheit und Effizienz beruhen auf derselben Bauphysik. Die laufenden Kosten dieser Technik erläutert der KWL-Ratgeber. Den vollständigen Zusammenhang zur Innenraumluft erklärt der Ratgeber zur Innenraumluft. Die Modelle können Sie im Konfigurator ansehen und für Ihr Grundstück konfigurieren.






