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Wohngesundheit: wie gesund ist ein Fertighaus wirklich?
Leitfaden

Wohngesundheit: wie gesund ist ein Fertighaus wirklich?

AB
Andreea B.
Leiterin Kundenerfahrung
28. Juli 2026
8 Min. Lesezeit

Wohngesundheit lässt sich messen. Bei einem Fertighaus sind vier Werte entscheidend, hier gemessen am BIOBUILDS-System: Ein organischer Materialanteil von 98 % bedeutet kaum synthetische Emissionsquellen; die kontrollierte Wohnraumlüftung filtert 99 % des Staubs und der Allergene und tauscht die Raumluft ungefähr alle 2 Stunden aus. Die Luftdichtheit liegt bei 0,4 ACH gegenüber dem Passivhaus-Grenzwert von 0,6 ACH, das Schalldämmmaß bei 54 dB. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie die Angaben prüfen.

Rund 80 % unseres Lebens verbringen wir in Innenräumen. Fertighäuser stehen zugleich in dem Ruf, dass Spanplatten und Klebstoffe noch lange nach dem Einzug Schadstoffe wie Formaldehyd ausdünsten. Ob ein Haus Schadstoffe ausdünstet, lässt sich jedoch prüfen. Dieser Ratgeber nennt die vier Messwerte, die die Luftqualität und das Schalldämmmaß eines Fertighauses bestimmen, ordnet die konkreten Systemwerte ein und zeigt, welche Nachweise Sie von jedem Hersteller verlangen können.

Vorab eine Abgrenzung: Hier geht es um die messbare Seite der Wohngesundheit, also Emissionen aus dem Materialaufbau, Filtration, Luftwechsel, Luftdichtheit und Schallschutz. Wie sichtbares Holz Stress und kognitive Leistung beeinflusst, erfahren Sie im Ratgeber zu Holzinnenräumen und Gesundheit. Was genau in der Wand steckt, steht im Materialratgeber. Die Technik der Lüftungsanlage erklärt der separate KWL-Ratgeber.

Welche vier Werte bestimmen die Wohngesundheit eines Fertighauses?

98 %
organischer Materialanteil nach Volumen, daher kaum synthetische Emissionsquellen im Tragwerk
99 %
des Staubs und der Allergene werden aus der Zuluft gefiltert, bevor sie die Räume erreicht
ca. 2 Stunden
bis zum vollständigen Luftwechsel im Haus bei kontinuierlichem Betrieb

Der vierte Wert ist das Schalldämmmaß: 54 dB für den vollständigen Wand- und Verglasungsaufbau. Ein eigener Abschnitt weiter unten ordnet ihn ein.

BIOBUILDS, der europäische Hersteller hinter diesem Ratgeber und einer der preisgünstigsten Anbieter im zertifizierten Segment, entstand aus genau dieser Frage. Im Jahr 2010 wurde bei Alin Mustes Sohn Asthma diagnostiziert. Aus der Suche nach einem Haus, dessen Innenraumluft seinen Sohn nicht zusätzlich belastet, entstand das Unternehmen. Inzwischen hat BIOBUILDS mehr als 200 Häuser auf Basis dieses Passivhaus-zertifizierten Bausystems in 5 Ländern realisiert. Alle Modelle basieren weiterhin auf demselben Bausystem und denselben vier Werten.

Schadstoffe und Ausdünstungen (VOC): 98 % organische Materialien

Flüchtige organische Verbindungen (VOC) werden aus den Baustoffen des Hauses freigesetzt. Lösungsmittel und Bindemittel in Farben, Klebstoffen, Schäumen und kunststoffbasierten Platten können über Monate oder Jahre in die Innenraumluft gelangen. Der wirksamste Ansatz ist die Quellenkontrolle: Die Materialwahl reduziert potenzielle Emissionsquellen bereits in der Wand und damit die Belastung, die die Lüftung später abführen muss.

Der BIOBUILDS-Materialaufbau besteht nach Volumen zu 98 % aus organischen Materialien. Der 35 cm starke Wandaufbau umfasst ein Tragwerk aus FSC-zertifiziertem C24-Konstruktionsholz, eine STEICO-Holzfaserdämmung und eine diffusionsoffene Beplankung. Das Holz dafür stammt aus bewirtschafteten europäischen Wäldern. Damit enthält der Aufbau kaum synthetische Bestandteile, die ausdünsten können. Die Innenflächen der ausbaufertigen Ausführung bestehen aus für Passivhaus-Anwendungen zugelassenem, formaldehydfreiem, geschliffenem OSB. Es kann direkt beschichtet werden. Eine Trockenbauphase mit Baustaub entfällt. Welche Materialien den verbleibenden Anteil ausmachen und warum sie benötigt werden, zeigt der oben verlinkte Materialratgeber.

Kernaussage

Quellenkontrolle kommt vor Filtration. Eine Lüftung kann vorhandene Emissionen verdünnen; ein Materialaufbau mit kaum synthetischen Emissionsquellen reduziert sie an der Quelle. Deshalb sind ein organischer Materialanteil von 98 % und eine Filterleistung von 99 % zwei getrennte Kennwerte. Für ein wohngesundes Fertighaus sollten Sie beide prüfen.

Kontrollierte Wohnraumlüftung: 99 % Filtration, Luftwechsel alle 2 Stunden

Jedes BIOBUILDS-Haus wird serienmäßig mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung (KWL) mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Das Schweizer System arbeitet mit aktiver Filterung in medizinischer Qualität.

Die Filterung entfernt 99 % des Staubs und der Allergene aus der Zuluft, bevor sie die Räume erreicht. Pollen, Straßenstaub und Partikel bleiben im Filter. Zugleich tauscht die Anlage das gesamte Luftvolumen des Hauses ungefähr alle 2 Stunden aus und läuft dabei kontinuierlich bei Tag und Nacht. Verbrauchte Luft, Feuchtigkeit aus Küche und Bad sowie CO₂ werden planmäßig abgeführt. Der Luftwechsel erfolgt unabhängig von der Fensterlüftung.

99 %
des Staubs und der Allergene werden aus der Zuluft gefiltert; vollständiger Luftwechsel ungefähr alle 2 Stunden
BIOBUILDS-Systemspezifikation, 2026

Die Fenster lassen sich weiterhin normal öffnen; den kontinuierlichen Luftwechsel übernimmt die KWL. Wie die Anlage Wärme aus der Abluft zurückgewinnt und welche Wartung sie benötigt, erklärt der oben verlinkte KWL-Ratgeber.

Luftdichtheit: der Wert hinter dem Luftwechsel

Eine Lüftungsanlage kann nur die Luft kontrollieren, die durch sie geführt wird. Bei einer undichten Gebäudehülle gelangt ein großer Teil der Luft durch Fugen und Anschlüsse ins Haus, ungefiltert und messtechnisch nicht erfasst. Dabei kann Außenluftfeuchte in den Aufbau gelangen. Kondensiert sie im Bauteil, kann dort Schimmel entstehen. Diesen Schadensmechanismus erklärt der Schimmelratgeber im Detail.

Die Luftdichtheit wird mit einem Blower-Door-Test gemessen. Dabei wird das Haus auf 50 Pascal Druckdifferenz gebracht und die Leckage über die Luftwechselrate pro Stunde (ACH) erfasst. Drei Werte zeigen die Größenordnung:

GebäudehülleLuftwechsel pro Stunde (n50)Was in die Räume gelangt
Undichtes älteres Hausbis zu etwa 20 ACHUngefilterte Luft durch Fugen und Anschlüsse
Grenzwert der Passivhaus-Zertifizierung0,6 ACHKontrollierte Zuluft über die Lüftung
Internes BIOBUILDS-Ziel0,4 ACHGefilterte Zuluft über die KWL

Die BIOBUILDS-Gebäudehülle mit intelligenten, luftdichten Membranen und ohne Wärmebrücken ist rund 30-mal luftdichter als ein üblicher Neubau. Das interne Ziel liegt bei 0,4 ACH und damit um ein Drittel unter dem Passivhaus-Grenzwert von 0,6 ACH. Im regulären Lüftungsbetrieb wird die Zuluft dadurch über die Filter der KWL geführt. Dieselbe Luftdichtheit trägt dazu bei, den Heizwärmebedarf bei rund 15 kWh/m² pro Jahr zu halten.

Wird ein luftdichtes Haus stickig?

Bei kontinuierlichem Luftwechsel wird die Raumluft laufend erneuert. Stickige Luft entsteht, wenn sich CO₂ und Feuchtigkeit bei unzureichendem Luftwechsel anreichern. In einem luftdichten Haus mit KWL wird das gesamte Luftvolumen ungefähr alle 2 Stunden ausgetauscht.

Die luftdichte Hülle führt die Zuluft gezielt über die Filter der KWL. Voraussetzung dafür ist eine passend ausgelegte Lüftungsanlage. Der kontinuierliche, gefilterte Luftwechsel macht die Luftqualität mess- und steuerbar.

Schalldämmmaß: 54 dB für Wand und Verglasung

Auch das Schalldämmmaß gehört zur messbaren Wohngesundheit. Für den vollständigen BIOBUILDS-Wand- und Verglasungsaufbau beträgt es 54 dB. Erreicht wird dieser Wert durch die 35 cm starke Holzrahmenwand mit dichter STEICO-Holzfaserdämmung sowie durch dreifach verglaste Fenster, deren laminierte Zwischenschicht die Schallübertragung dämpft.

Die 54 dB beziehen sich auf den vollständigen Aufbau. Der tatsächliche Innenraumpegel am jeweiligen Standort hängt zusätzlich von Schallquelle, Frequenz und Einbausituation ab. Vergleichen Sie deshalb das Schalldämmmaß des gesamten Wand- und Verglasungsaufbaus.

Diese Gesundheitswerte sollten Sie von jedem Hersteller verlangen

Für jede Kernaussage in diesem Ratgeber können Sie vor der Unterschrift einen schriftlichen Nachweis verlangen, bei BIOBUILDS ebenso wie bei jedem anderen Fertighaus-Anbieter:

Fragen Sie jeden Hersteller nach diesen Werten
  • Materialaufbau: Wie hoch ist der Anteil organischer oder mineralischer Materialien? Sind die Innenplatten nachweislich formaldehydfrei?
  • Luftdichtheit: Wie lautet das gemessene Blower-Door-Ergebnis in ACH bei 50 Pa (Passivhaus-Grenzwert: 0,6 ACH)?
  • Lüftung: Ist eine KWL mit Wärmerückgewinnung serienmäßig enthalten? Welchen Anteil von Staub und Allergenen filtert sie, und wie oft wird das gesamte Luftvolumen ausgetauscht?
  • Schalldämmmaß: Welcher dB-Wert gilt für den vollständigen Wand- und Verglasungsaufbau?
  • Systemzertifizierung: Ist das Bausystem selbst vom Passivhaus Institut Darmstadt zertifiziert? Liegen verifizierte EPDs vor?

Für BIOBUILDS gelten die oben genannten Werte: ein organischer Materialanteil von 98 %, ein internes Ziel von 0,4 ACH gegenüber dem Grenzwert von 0,6 ACH, eine Filterleistung von 99 % bei einem vollständigen Luftwechsel ungefähr alle 2 Stunden und ein Schalldämmmaß von 54 dB. Das Bausystem ist vom Passivhaus Institut Darmstadt zertifiziert. Bei der Zertifizierung werden mehr als 2.000 Parameter erfasst; verifizierte EPDs liegen ebenfalls vor. Da jedes Modell auf demselben Bausystem basiert, gelten die Werte für Nest mit 24 m² ebenso wie für Sanctuary mit 142 m². Die vollständige Spezifikation jedes Hauses finden Sie im Konfigurator.

Veröffentlichte Werte lassen sich prüfen. Für Wohngesundheit zählen Materialnachweise, das Blower-Door-Protokoll, die dokumentierte Filterleistung und das Schalldämmmaß des vollständigen Aufbaus.

Häufig gestellte Fragen

Das hängt vom jeweiligen Bausystem ab. Vergleichen Sie vier Werte: den organischen Materialanteil (BIOBUILDS: 98 %), das Ergebnis des Blower-Door-Tests (internes Ziel: 0,4 ACH; Passivhaus-Grenzwert: 0,6 ACH), die Filterleistung der KWL (99 % des Staubs und der Allergene; vollständiger Luftwechsel ungefähr alle 2 Stunden) und das Schalldämmmaß (54 dB). Auch ein konventioneller Neubau kann gute Werte erreichen. Bei einem werksgefertigten, Passivhaus-zertifizierten Bausystem werden diese Werte systematisch gemessen und dokumentiert.
Das hängt davon ab, welche Materialien in den Wänden stecken. VOC-Ausdünstungen stammen vor allem aus synthetischen Schäumen, Klebstoffen und kunststoffbasierten Platten. Die BIOBUILDS-Konstruktion besteht nach Volumen zu 98 % aus organischen Materialien. Dazu gehören C24-Konstruktionsholz, STEICO-Holzfaserdämmung und formaldehydfreie, geschliffene OSB-Innenflächen. Damit enthält die Konstruktion kaum synthetische Emissionsquellen.
Nein. Die Fenster lassen sich normal öffnen. Den kontinuierlichen Luftwechsel übernimmt die KWL: Sie filtert 99 % des Staubs und der Allergene aus der Zuluft und tauscht das vollständige Luftvolumen ungefähr alle 2 Stunden aus, auch nachts und bei Abwesenheit.
Eine luftdichte Hülle braucht eine passend ausgelegte Lüftung. Bei kontinuierlichem Betrieb der KWL wird die Zuluft über die vorgesehenen Filter geführt. Das interne BIOBUILDS-Ziel liegt bei 0,4 ACH und damit unter dem Grenzwert von 0,6 ACH für ein Passivhaus-zertifiziertes Bausystem; damit führt die KWL 100 % der regulär einströmenden Luft über die vorgesehenen Filter, und der Luftwechsel bleibt messbar.
BIOBUILDS gibt keine medizinischen Versprechen. Messbar ist: Die Filterung entfernt 99 % des Staubs und der Allergene aus der Zuluft, und das gesamte Luftvolumen wird ungefähr alle 2 Stunden ausgetauscht. Das Unternehmen entstand aus dieser Frage: Nachdem 2010 bei Alin Mustes Sohn Asthma diagnostiziert worden war, suchte der Gründer nach einem Haus mit kontrollierter Innenraumluft.
AB
Andreea B.
Leiterin Kundenerfahrung
Zertifizierte Passivhaus-Beraterin mit 8 Jahren Erfahrung im Holzrahmen- und Fertighausbau. Sie unterstützt Familien in ganz Europa dabei, intelligentere und gesündere Häuser zu bauen.

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