Der hier dokumentierte Wandaufbau ist 35 cm stark; 98 % des Hausvolumens entfallen auf organische Materialien: einen Holzrahmen aus FSC-zertifiziertem C24-Konstruktionsholz, STEICO-Holzfaserdämmung, diffusionsoffene Agepan-Platten, luftdichte intelligente Dampfbremsen, formaldehydfreies, geschliffenes OSB sowie karbonisiertes Yakisugi-Holz oder Lunawood-Thermoholz. Dieser Ratgeber nennt jede Schicht, erklärt ihre Funktion und zeigt, woher die Materialien stammen. Damit liegt Ihnen die vollständige Stückliste vor, bevor Sie Angebote vergleichen.
Viele Fertighaushersteller beschreiben ihre Wände mit Adjektiven: „hochwertige Dämmung“, „ökologische Materialien“, „atmungsaktiver Aufbau“. Die tatsächliche Stückliste mit Marken und Festigkeitsklassen findet sich meist erst im Vertragsanhang, wenn die Entscheidung bereits gefallen ist. So lässt sich kaum vergleichen, woraus das Haus tatsächlich besteht.
Dieser Ratgeber legt den Wandaufbau Schicht für Schicht offen. Warum organische Materialien für die Umwelt relevant sind, erklärt der Ratgeber Was ein Haus tatsächlich nachhaltig macht. Ihren Einfluss auf die Luft, die Ihre Familie einatmet, erklärt der Ratgeber zur Innenraumluft. Dieser Artikel beantwortet eine engere Frage: Was genau steckt in den Wänden, und wie lässt sich das prüfen?
BIOBUILDS ist der europäische Hersteller, der diesen Ratgeber veröffentlicht, und zählt zu den preislich attraktivsten Anbietern im zertifizierten Segment. Alle Modelle basieren auf demselben Passivhaus-zertifizierten Bausystem; die folgende Stückliste gilt daher für ein Haus mit 24 m² genauso wie für eines mit 142 m².
Woraus besteht die Wand eines Holzfertighauses?
Der 35 cm starke Wandaufbau ist Teil eines einheitlichen Passivhaus-zertifizierten Bausystems ohne Wärmebrücken. Von innen nach außen:

| Schicht | Material | Funktion |
|---|---|---|
| Innenoberfläche | Formaldehydfreies, geschliffenes OSB | Fertige Wandoberfläche, direkt streich- oder mit Paneelen belegbar |
| Luftdichte Ebene | Intelligente Dampfbremsen | Dichten den Aufbau ab und steuern den Feuchtehaushalt über die Jahreszeiten |
| Tragwerk | Holzrahmen aus FSC-zertifiziertem C24-Konstruktionsholz | Nimmt sämtliche statischen Lasten auf |
| Dämmung | STEICO-Holzfaserdämmung | Hält den Heizwärmebedarf auf Passivhaus-Niveau |
| Beplankung | Diffusionsoffene Agepan-Platten | Steifen den Rahmen aus und lassen Wasserdampf nach außen diffundieren |
| Fassade | Karbonisiertes Yakisugi-Holz oder Lunawood-Thermoholz | Wetterschutz und äußere Oberfläche des Hauses |
Jede Zeile nennt ein Produkt oder eine Festigkeitsklasse. Das ist prüfbar: Ein benanntes Material lässt sich recherchieren, kalkulieren und am gelieferten Haus kontrollieren. Eine „hochwertige Dämmung“ nicht.
Holzrahmenbau mit FSC-zertifiziertem C24-Konstruktionsholz
Das Tragwerk ist in Holzrahmenbauweise aus Konstruktionsholz der Festigkeitsklasse C24 ausgeführt. C24 ist keine Marketingbezeichnung, sondern eine Festigkeitsklasse nach der europäischen Norm EN 338. Sie steht für eine charakteristische Biegefestigkeit von 24 N/mm²; jedes tragende Bauteil ist entsprechend festigkeitssortiert. Damit wird aus allgemeinem „Holzbau“ ein berechenbares Tragwerk, bei dem die Festigkeit jedes Ständers und Balkens als zertifizierter Wert feststeht.
Die FSC-Zertifizierung beantwortet die Herkunftsfrage. Die FSC-Produktkettenzertifizierung dokumentiert die Herkunft des Holzes aus bewirtschafteten europäischen Wäldern lückenlos vom Wald bis zum Werk. Wie lange ein festigkeitssortierter und fachgerecht detaillierter Holzrahmen hält, behandelt der Ratgeber zur Lebensdauer von Holzhäusern ausführlich.

STEICO-Holzfaserdämmung
Zwischen den Holzständern liegt STEICO-Holzfaserdämmung. Sie trägt dazu bei, den Heizwärmebedarf des Bausystems bei rund 15 kWh/m² pro Jahr zu halten. Das entspricht etwa einem Zehntel des Heizwärmebedarfs typischer europäischer Bestandsgebäude. Weil auch die Dämmebene aus Holzfaser besteht, bleibt der organische Materialanteil bei 98 %. Genau an dieser Stelle wechseln viele Hersteller zu erdölbasierten Schäumen oder Mineralwolle.
Die Dämmung trägt außerdem zum Schalldämmmaß des Aufbaus von 54 dB bei, das im Datenblatt als Studioniveau bezeichnet wird. Dichte Naturfasern dämpfen Schall wirksamer als leichte synthetische Dämmstoffe.
Bei der Dämmung zeigt sich, wie belastbar das Wort „ökologisch“ ist. Ein Hersteller kann Tragwerk und Fassade aus Holz bauen und die Wand trotzdem mit synthetischem Schaum füllen. Lassen Sie sich die Marke der Dämmung schriftlich nennen. Nennt der Hersteller statt einer Marke nur eine Materialkategorie, ist die Stückliste weniger aussagekräftig, als der Prospekt vermuten lässt.

Holzwerkstoffplatten, Dampfbremsen und Blower-Door-Test
Agepan-Platten steifen den Holzrahmen außenseitig aus und bleiben zugleich diffusionsoffen. Feuchtigkeit, die in den Aufbau gelangt, kann nach außen diffundieren, statt sich in der Wand anzureichern. Luftdichte intelligente Dampfbremsen dichten den Aufbau ab und passen ihr Diffusionsverhalten an die Jahreszeit an. So regulieren sie Feuchtigkeit, statt sie im Aufbau einzuschließen.
Luftdicht und diffusionsoffen sind keine Gegensätze. Die Dampfbremsen unterbinden unkontrollierte Luftströmung; die Bauteilschichten lassen Wasserdampf nach außen diffundieren. Jedes Haus wird im Blower-Door-Test bei 50 Pa geprüft. Der Passivhaus-Grenzwert liegt bei 0,6 Luftwechseln pro Stunde, das interne BIOBUILDS-Ziel bei 0,4. Damit ist die Gebäudehülle rund 30-mal luftdichter als ein Standardneubau. Diese Luftdichtheit ist eine bauliche Voraussetzung dafür, dass Wände über Jahrzehnte trocken bleiben.
Innenoberfläche: direkt beschichtbar
Die innerste Schicht besteht aus formaldehydfreiem, geschliffenem OSB, das für Passivhaus-Anwendungen zugelassen ist. Darauf wird Farbe aufgetragen, daran werden Regale befestigt, und im Kinderzimmer bildet es die unmittelbare Wandoberfläche. Eine zusätzliche Gipskartonlage und der damit verbundene Schleifstaub entfallen. Farbe lässt sich direkt auftragen; Wandpaneele und Parkett können direkt verklebt werden.
Hier wird die Angabe von 98 % auch für die Innenraumluft relevant: Da die Konstruktion keine synthetischen Materialien enthält, kann aus den Wänden nichts ausgasen. Menschen verbringen rund 80 % ihres Lebens in Innenräumen. Die kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung filtert 99 % des Staubs und der Allergene und tauscht die gesamte Raumluft ungefähr alle 2 Stunden aus. Was das für die gemessene Innenraumluft bedeutet, zeigt der Ratgeber zur Luftqualität.

Yakisugi oder Lunawood: Welche Fassade passt?
Für die äußerste Schicht stehen zwei Holzfassaden zur Wahl. Beide kommen ohne synthetische Beschichtungen aus.
Bei Yakisugi wird die Holzoberfläche nach der japanischen Shou-Sugi-Ban-Technik verkohlt. Die dabei entstehende Kohleschicht macht das Holz witterungs-, insekten- und fäulnisbeständig und hält den Pflegeaufwand niedrig. Das tiefe Schwarz wirkt mittags matt und bei Sonnenuntergang metallisch.
Lunawood ist finnisches Thermoholz. Wärme und Dampf verändern die Holzstruktur bis auf Zellebene. Es ist in den Ausführungen Blonde und Noir erhältlich, bei denen die Maserung sichtbar bleibt.
Der Online-Konfigurator zeigt die Preise beider Fassaden in Echtzeit, noch bevor Sie ein Angebot anfordern. Wie dauerhaft sie sind und welchen Pflegeaufwand sie pro Jahrzehnt erfordern, steht im Ratgeber zur Lebensdauer von Holzhäusern.


Dach und Verglasung
Die Stückliste endet nicht an der Wand. Das flach geneigte Dach besitzt eine EPDM-Membran und integrierte Dachrinnen. Es ist für Lasten bis 300 kg/m² ausgelegt; übliche Wohnhausdächer liegen bei rund 80 kg/m². Dank dieser Reserve kann das Dach alpine Schneelasten oder eine Photovoltaikanlage tragen, ohne neu ausgelegt werden zu müssen.
Die Fenster sind dreifach verglast; das Glas ist vorgespannt und laminiert. Die Verglasung verfügt über Abstandhalter mit warmer Kante und erreicht einen Ug-Wert von 0,50 W/(m²·K). Sie ist in Aluminiumrahmen des Typs Genesis 90 eingebaut; diese Rahmen sind Passivhaus-zertifiziert. Glas, Aluminium und die technischen Systeme bilden den größten Teil des kleinen nichtorganischen Restanteils.


Herkunft der Baustoffe
Rund 58 % der Materialien stammen aus der DACH-Region. Die Herkunft des Holzes aus bewirtschafteten europäischen Wäldern ist lückenlos rückverfolgbar. Für die Zertifizierung des Bausystems durch das Passivhaus Institut Darmstadt werden mehr als 2.000 Parameter dokumentiert. Mit diesem Passivhaus-zertifizierten Bausystem hat BIOBUILDS mehr als 200 Passivhäuser in 5 Ländern ausgeliefert.
Die Umweltbilanz wurde von Dritten geprüft und nicht selbst deklariert: Eine EPD (Environmental Product Declaration) bestätigt die CO₂-negative Bilanz der Wände.
So prüfen Sie die Stückliste eines Herstellers
Diesen Maßstab können Sie auf jedes Angebot anwenden, auch auf unseres. Eine belastbare Stückliste beantwortet sechs Fragen:
- Ist die Festigkeitsklasse des Bauholzes genannt, zum Beispiel C24 nach EN 338, oder steht dort nur ‚Holzbau‘?
- Ist für das Holz eine FSC-Produktkettenzertifizierung oder ein gleichwertiger Nachweis vorhanden?
- Sind Marke und Produkt der Dämmung recherchierbar, oder wird nur eine Kategorie wie ‚Mineralwolle‘ genannt?
- Ist die Luftdichtheit mit einem Blower-Door-Test bei 50 Pa belegt, oder nur mit einem Adjektiv beschrieben?
- Ist die Innenplatte schriftlich als formaldehydfrei deklariert?
- Gibt es für den Aufbau eine EPD von unabhängiger Stelle, oder nur ein selbst vergebenes ‚Öko‘-Label?
Ein Hersteller, der seine Materialien offenlegt, beantwortet alle sechs Punkte vor dem Vertrag schriftlich. Eine ausweichende Antwort zeigt, an welcher Schicht gespart wurde.







