Zum Hauptinhalt springen
Energieausweis in Österreich: HWB und fGEE erklärt
Leitfaden

Energieausweis in Österreich: HWB und fGEE erklärt

AB
Andreea B.
Leiterin Kundenerfahrung
26. Oktober 2026
5 Min. Lesezeit

Der österreichische Energieausweis bewertet ein Gebäude vor allem mit zwei Kennzahlen: dem Heizwärmebedarf (HWB), der die Qualität der Gebäudehülle zeigt, und dem Gesamtenergieeffizienz-Faktor (fGEE), der auch die Haustechnik einbezieht. Beide werden in Klassen von A++ bis G dargestellt. Die Wohnbauförderung der Länder knüpft an den HWB an. Für einen Neubau berechnet ihn eine befugte Person nach der OIB-Richtlinie 6.

Energieklassen wirken eindeutig: grün oben, rot unten. Der österreichische Energieausweis zeigt aber mehrere Kennzahlen mit eigenen Skalen, und der deutsche Ausweis rechnet anders. Dieser Artikel erklärt, was HWB und fGEE messen, wie die Klassen eingeteilt sind, warum die Wohnbauförderung auf den HWB schaut und worauf Sie beim Energieausweis eines Neubaus achten sollten.

A++ bis G
Klassen für HWB und fGEE im österreichischen Energieausweis
≤ 10
kWh/m²a Heizwärmebedarf (Referenzklima) für die Klasse A++
~15 kWh/m²
jährlicher Heizwärmebedarf als Zielwert der MODULAR-Standardmodelle von BioBuilds, nach dem Passivhaus-Verfahren berechnet

Was messen HWB und fGEE?

  • HWB, der Heizwärmebedarf: die Wärme, die ein Gebäude je Quadratmeter Bruttogrundfläche und Jahr braucht, um innen behaglich zu bleiben. Er hängt von Dämmung, Fenstern, Luftdichtheit und Kompaktheit ab, nicht von der Heizung. Für die Klasse wird er für ein Referenzklima berechnet, damit Gebäude an verschiedenen Standorten vergleichbar sind.
  • fGEE, der Gesamtenergieeffizienz-Faktor: das Verhältnis des Endenergiebedarfs des Gebäudes zu einem Referenzwert. Er bezieht Heizung, Warmwasser, Lüftung und gegebenenfalls Photovoltaik mit ein. Ein Wert unter 1 bedeutet besser als die Referenz.

Daneben zeigt der Ausweis den Primärenergiebedarf (PEB) und die CO₂-Emissionen.

KlasseHWB Referenzklima in kWh/m²afGEE
A++bis 10bis 0,55
A+bis 15bis 0,70
Abis 25bis 0,85
Bbis 50bis 1,00
Cbis 100bis 1,75
Dbis 150bis 2,50
Ebis 200bis 3,25
Fbis 250bis 4,00
Güber 250über 4,00

Quelle: OIB-Richtlinie 6, Energieeinsparung und Wärmeschutz.

Warum ist der HWB für die Wohnbauförderung wichtig?

Die Länder verlangen für die Förderung eines neuen Eigenheims eine Mindestqualität beim Heizwärmebedarf und belohnen bessere Werte. In Niederösterreich ist etwa der HWB Ref,RK maßgeblich, mit einem Grenzwert, der von der Kompaktheit des Gebäudes abhängt; ein besserer Wert und ergänzende Maßnahmen bringen zusätzliche Förderpunkte. Weicht der endgültige Energieausweis ab, kann die Förderung gekürzt werden. Den Überblick gibt unser Artikel zur Wohnbauförderung 2026.

Kernaussage

Der HWB zeigt die Hülle, der fGEE das ganze System. Für die Förderung zählt meist der HWB; für die Betriebskosten zählen beide. Lassen Sie den Energieausweis schon in der Planung rechnen, nicht erst nach der Fertigstellung.

Was ändert die EU an den Energieklassen?

Die überarbeitete EU-Gebäuderichtlinie (EU) 2024/1275 verlangt eine einheitliche Skala von A bis G, bei der die Klasse A einem Nullemissionsgebäude entspricht und G den energetisch schlechtesten Gebäuden des jeweiligen Landes bei Einführung der Skala. Die Schwellenwerte bleiben national. Ab 2030 müssen Neubauten Nullemissionsgebäude sein.

Wie lesen Sie den Energieausweis eines Neubaus?

  • Kennzahlen lesen, nicht nur die Klasse: HWB, fGEE, PEB und CO₂ je Quadratmeter.
  • Bezugsfläche prüfen: Der Ausweis rechnet mit der Bruttogrundfläche, nicht mit der Wohnfläche aus dem Prospekt.
  • Standortklima beachten: Neben dem Referenzklima zeigt der Ausweis Werte für das Klima Ihres Standorts.
  • Haustechnik ansehen: Wärmepumpe, Warmwasser, Komfortlüftung und Photovoltaik verändern den fGEE.

Wo stehen BioBuilds-Häuser?

Die MODULAR-Standardmodelle von BioBuilds basieren auf einem Passivhaus-zertifizierten Bausystem mit einem Zielwert für den Heizwärmebedarf von rund 15 kWh/m² im Jahr, berechnet nach dem Passivhaus-Verfahren. Für Infinity gilt eine separate energetische Spezifikation. Das Passivhaus-Verfahren und die OIB-Richtlinie 6 rechnen mit unterschiedlichen Flächen und Randbedingungen, die Werte sind deshalb nicht direkt vergleichbar. Den HWB und die Klassen Ihres Hauses ermittelt der Energieausweis, den eine befugte Person für Ihr Projekt erstellt. Modelle und Preise sehen Sie im Konfigurator.

Häufig gestellte Fragen

HWB steht für Heizwärmebedarf: die Wärme, die ein Gebäude je Quadratmeter Bruttogrundfläche und Jahr braucht. Er zeigt die Qualität der Gebäudehülle, unabhängig von der Heizung, und wird für die Klasse mit einem Referenzklima berechnet. A++ bedeutet höchstens 10 kWh/m²a.
Der Gesamtenergieeffizienz-Faktor vergleicht den Endenergiebedarf des Gebäudes mit einem Referenzwert und bezieht Heizung, Warmwasser, Lüftung und gegebenenfalls Photovoltaik ein. Ein Wert unter 1 ist besser als die Referenz; A++ bedeutet höchstens 0,55.
Meist der Heizwärmebedarf. Die Länder verlangen eine Mindestqualität und belohnen bessere Werte, in Niederösterreich zum Beispiel über Förderpunkte auf Basis des HWB Ref,RK. Die genauen Grenzwerte stehen in der Förderungsrichtlinie Ihres Landes.
Grundsätzlich ja. Für das Bauverfahren und die Wohnbauförderung gelten die jeweiligen Landesvorschriften und Förderbedingungen. Bei Verkauf oder Vermietung sind unter anderem frei stehende Gebäude mit weniger als 50 m² Gesamtnutzfläche von der Vorlagepflicht ausgenommen. Erstellen darf den Ausweis nur eine dazu befugte Person.
AB
Andreea B.
Leiterin Kundenerfahrung
Zertifizierte Passivhaus-Beraterin mit 8 Jahren Erfahrung im Holzriegel- und Fertighausbau. Sie unterstützt Familien in ganz Europa dabei, intelligentere und gesündere Häuser zu bauen.

Bereit für Ihr Passivhaus?

Konfigurieren Sie Ihr Fertighaus online und erhalten Sie sofort eine Preisschätzung.

Haus konfigurieren