Modulhäuser: In 48 Stunden von der Fabrik auf Ihr Grundstück | BIOBUILDS
BIOBUILDS Modulhaus wird für den Transport vorbereitet
Ratgeber

Modulhäuser: In 48 Stunden von der Fabrik auf Ihr Grundstück

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Andreea B. Kundenbetreuungsleitung
26. Januar 2026 10 Min. Lesezeit
BIOBUILDS

Ihre fertigen Module verlassen die Fabrik, wettergeschützt verpackt. Innerhalb von 48 Stunden werden sie per Kran auf Ihr Fundament gesetzt, statisch verbunden und unter einem fertigen Dach wetterschutzdicht geschlossen. Ein typisches Haus mit zwei Modulen benötigt dabei nur etwa 4–6 Stunden tatsächliche Kranarbeit. Während traditionelle Baustellen oft Monate brauchen, bis der Bau wettergeschützt ist, verdichtet die Modulmontage das auf einen einzigen, beeindruckenden Tag.

Der Moment, in dem Ihr Modulhaus die Fabrik verlässt, ist der Moment, in dem Bauen sichtbar wird. Nach Wochen präziser Fertigung unter kontrollierten Bedingungen reist Ihr Zuhause, bereits zu 90–95 % fertiggestellt inklusive Elektroinstallation, Sanitär, Dämmung und Innenausbau, auf Spezialtransportern zu Ihrem Grundstück. Was danach passiert, verdichtet Monate klassischer Baustellenarbeit auf wenige Stunden.

Dieser Guide führt durch jeden Schritt von der Fertigung bis zum Fundament: die Logistik, die Großraumtransporte in Europa möglich macht, die Voraussetzungen vor Ort für eine reibungslose Montage und das perfekt abgestimmte Zusammenspiel aus Kranführer und Montageteam, das aus einem leeren Grundstück Ihr neues Zuhause macht.

Abfahrt aus der Fabrik: Module für die Reise vorbereiten

Module rollen nicht einfach aus der Hallentür. Der Abfahrtsprozess stellt sicher, dass Ihr Haus im gleichen Zustand ankommt, in dem es die Fertigung verlässt, mit geschützten Oberflächen und vorbereiteten Anschlüssen für die schnelle Montage.

Endkontrolle in der Fabrik

Bevor verpackt wird, erfolgt eine umfassende Endkontrolle. Alle Stromkreise werden geprüft. Sanitärleitungen werden mittels Druckprüfung getestet. Maßkontrollen stellen sicher, dass die Module exakt auf Ihr Fundament passen. Was jetzt auffällt, lässt sich deutlich schneller und sauberer beheben als nach dem Transport.

Wetter- und Transportschutz

Jedes Modul erhält eine Schutzverpackung, typischerweise Industriefolie oder spezielle Planen, als Schutz gegen Regen, Spritzwasser und Schmutz. Fenster- und Türöffnungen werden zusätzlich gesichert. Innenflächen, die durch Feuchtigkeit oder Vibrationen empfindlich sind, erhalten temporäre Abdeckungen.

90%
Fertigstellungsgrad beim Verlassen der Fabrik
7–18
Tonnen typisches Modulgewicht
48
Stunden von der Fabrik bis wetterschutzdicht

Verladung auf Spezialtransporter

Fabrikkrane heben die fertigen Module auf Spezialauflieger, Tiefbett- oder ausziehbare Trailer, abhängig von den Modulmaßen. Schwerlastgurte und Ketten sichern an definierten, tragfähigen Punkten. Die Lastverteilung wird exakt berechnet, denn falsche Verladung kann Oberflächen beschädigen oder im schlimmsten Fall Bauteile belasten.

Transportlogistik: Vorschriften in Europa

Der Transport eines Modulhauses gilt in Europa als Großraum- und Schwertransport. Die Module überschreiten die Standardabmessungen deutlich und erfordern Genehmigungen sowie zusätzliche Auflagen.

Warum für Module Sondergenehmigungen nötig sind

Übliche EU-Grenzen im Straßenverkehr liegen bei maximal 2,55 m Breite, 4,0 m Höhe und 18,75 m Länge. Typische Wohnmodule liegen bei etwa 5,3 m Breite × 14,5 m Länge × 3,8 m Höhe, also mehr als doppelt so breit wie erlaubt. Für jeden Transport sind Sondergenehmigungen erforderlich (z. B. Ausnahmegenehmigungen in Deutschland, genehmigungspflichtiger Sondertransport in Österreich).

Transportauflagen

Großraumtransporte sind in Europa meist auf Werktage und bestimmte Zeitfenster (typischerweise 06:00–22:00) begrenzt. Transporte an Wochenenden und Feiertagen benötigen zusätzliche Genehmigungen. Witterung, insbesondere starker Wind, kann aus Sicherheitsgründen zu Verschiebungen führen.

Begleitfahrzeuge

Je nach Abmessung und Route sind Begleitfahrzeuge vorgeschrieben:

  • Ein Begleitfahrzeug: bei Breiten über 3,5 m auf vielen europäischen Strecken
  • Zwei Begleitfahrzeuge: bei Breiten über 4,0 m oder Längen über 30 m
  • Polizeibegleitung: teilweise erforderlich bei sehr breiten Transporten oder anspruchsvollen innerstädtischen Strecken

Begleitfahrzeuge warnen andere Verkehrsteilnehmer, sichern Kreuzungen und helfen, sichere Geschwindigkeiten einzuhalten. Begleitdienste kosten häufig etwa 1,50–2,50 € pro Kilometer und Fahrzeug.

Routenplanung

Routen werden oft Wochen vor dem Transport geprüft. Dabei werden niedrige Brücken, Engstellen, enge Kurvenradien, Gewichtsbeschränkungen und Überkopf-Hindernisse identifiziert. Alternativrouten werden für den Fall von Sperrungen oder Baustellen mitgeplant. Die finale Route ist Teil des Genehmigungsprozesses.

In Deutschland werden Genehmigungen über zuständige Behörden bearbeitet und können mehrere Tage dauern. Bei grenzüberschreitenden Transporten sind Genehmigungen in jedem Transitland erforderlich. Ein in Deutschland gefertigtes Haus, das nach geliefert wird, kann Genehmigungen für Deutschland, Österreich, Ungarn benötigen.

Baustellenvorbereitung: Was vor der Lieferung bereit sein muss

Die Lieferung kann nur stattfinden, wenn Ihr Grundstück bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Diese Arbeiten laufen während der Fertigung parallel, wodurch sich die Gesamtzeit stark verkürzt.

Checkliste: Baustelle bereit für die Lieferung
  • Fundament fertiggestellt, Auflagerpunkte eben und vorbereitet
  • Mindestens 8 × 8 m Stellfläche für die Kranposition
  • Zufahrt mindestens 4 m breit und 4,5 m Durchfahrtshöhe
  • Mindestens 4,5 m Abstand zu Stromleitungen
  • Tragfähiger Untergrund für das Krangewicht (ggf. mit Kranmatten)
  • Versorgungsgräben bis zu den Anschlussstellen vorbereitet
  • Grundstück frei von Hindernissen (Bäume, Felsen, Schutt)
  • Optional: Stellfläche für Zwischenlagerung der Module bei begrenztem Kranplatz

Fundamenttypen

Reine Bodenplatten sind oft nicht ideal, weil die Verbindung von Leitungen zwischen Modulen häufig einen zugänglichen Bereich darunter benötigt. Typische Lösungen sind Kriechkeller (ca. 2–3 Wochen Bauzeit), Keller (3–4+ Wochen) oder Schraubfundamente (1–2 Tage). BIOBUILDS-Häuser funktionieren besonders gut mit Schraubfundamenten: ohne Beton, mit geringer Bodenversiegelung und mit der Option, das Haus später zu versetzen.

Die Ebenheit ist entscheidend. Module werden in der Fabrik auf Präzisionsvorrichtungen gebaut und kommen exakt im Winkel an. Abweichungen im Fundament müssen beim Setzen ausgeglichen werden. Ein sauber vorbereitetes Fundament macht den Krantag deutlich schneller und stressfreier.

Kranstellung und Vor-Ort-Prüfung

Kranunternehmen führen vor der Lieferung oft eine Vor-Ort-Begehung durch. Sie prüfen die Bodenverhältnisse für die Standsicherheit, berechnen die benötigte Ausladung und planen die optimale Kranposition. Kran und Module zusammen können 100 Tonnen überschreiten. Der Kran sollte alle Setzpunkte erreichen, ohne umgesetzt zu werden, denn jedes Umsetzen kostet Zeit und Geld.

Krantag: Stunde für Stunde

Am Setztag wird monatelange Planung in wenigen Stunden sichtbar. So läuft eine typische Montage bei einem BIOBUILDS-Haus mit zwei Modulen ab.

05:30

Ankunft der Transporte

Die Transportfahrzeuge treffen ein und werden so positioniert, dass der Kran die Module direkt aufnehmen kann. Bei mehreren Modulen erfolgt die Aufstellung in der vorgesehenen Montageschritte-Reihenfolge.

06:00

Kranaufbau

Der Kran wird aufgestellt: Positionierung, Abstützungen auf Lastverteilplatten, Montage der Gegengewichte. Der Aufbau dauert meist etwa 45 Minuten. Traversen und Anschlagmittel werden vorbereitet.

06:45

Vorabkontrolle

Das Team misst das Fundament, prüft Rechtwinkligkeit und Ebenheit. Schutzfolien werden entfernt. Anschlagpunkte werden kontrolliert. Letzte Abstimmung zwischen Kranführer und Montageteam.

07:30

Heben des ersten Moduls

Der kritischste Hub. Die Anschlagmittel werden an definierten Punkten befestigt. Das Modul wird bewusst nicht völlig waagerecht angehoben, um die exakte Ausrichtung am Fundament zu erleichtern. Die Position des ersten Moduls bestimmt alles Weitere.

08:30

Setzen des zweiten Moduls

Nachdem das erste Modul fixiert ist, wird das zweite Modul gehoben und präzise angesetzt. Innenwände treffen zuletzt aufeinander, während das Modul abgesenkt wird. Die Neigung ermöglicht das sichere Lösen der Anschlagmittel bei gleichzeitig engem Modulschluss.

10:00

Verbinden der Module

Die statischen Verbindungen werden hergestellt. Die Anschlusswände („Marriage Walls“) werden verbunden. Decken- und Bodensysteme werden gekoppelt. Aus zwei Modulen entsteht ein zusammenhängender Baukörper.

11:00

Dach schließen

Werkseitig vorbereitete Dachbereiche werden aufgeklappt und verbunden. Der First wird ausgerichtet und fixiert. Dachdeckung ist oft bereits werkseitig montiert, vor Ort werden nur Übergänge fertiggestellt. Spätestens zur Mittagszeit ist das Haus wetterschutzdicht geschlossen.

14:00

Kranabfahrt

Nach dem Setzen und dem Schließen des Dachs wird der Kran abgebaut und verlässt die Baustelle. Ihr Haus steht nun auf dem Fundament, vollständig geschlossen, in unter 8 Stunden.

4–6
Stunden tatsächliche Kranarbeit bei einem typischen Haus mit zwei Modulen
Quelle: BIOBUILDS Montagedaten, 2024–2025

Wetterrisiken

Kranarbeiten benötigen ruhige Bedingungen. Starker Wind (häufig ab etwa 35–40 km/h), Starkregen oder Gewitter führen zur Unterbrechung oder Verschiebung. Ein 15-Tonnen-Modul bei Böen zu heben ist ein unnötiges Risiko. Erfahrene Teams planen Zeitpuffer ein. Verschlechtert sich das Wetter während des Setzens, werden bereits platzierte Module gesichert und die Arbeit fortgesetzt, sobald es sicher ist.

Modulverbindungen: Aus Modulen wird ein Haus

Nach dem Setzen verlagert sich der Fokus von den großen Hüben auf präzise Integration. Dafür sind typischerweise 1–2 zusätzliche Tage nötig.

Statische Verbindung

Module werden an Boden-, Wand- und Deckenebenen über vorbereitete Verbindungspunkte verschraubt. Die Anschlussbereiche innen werden geschlossen. Spalte werden abgedichtet. Das Ergebnis ist ein zusammenhängender Baukörper, dessen Verbindungslinien konstruktiv mitgedacht sind.

Technik anschließen

Elektro, Sanitär und Haustechnik sind in der Fabrik bis zu definierten Übergabepunkten vorinstalliert. Elektriker verbinden Verteilungen, schließen Leitungen über Modulgrenzen hinweg an und montieren Endgeräte. Sanitär wird verbunden, inklusive Zu- und Abwasser und eventuell Flächenheizung. Lüftungs- und Heizsysteme werden gekoppelt und in Betrieb genommen.

Außen fertigstellen

Fassadenbereiche an Modulstößen werden geschlossen. First- und Abschlussprofile werden montiert. Außenanschlüsse an Fenstern und Türen werden finalisiert. Je nach Entwurf starten anschließend Terrassen, Decks oder weitere vor Ort hergestellte Elemente.

Nach dem Setzen: Von wetterschutzdicht bis bezugsfertig

Ihr Haus ist jetzt etwa zu 75–90 % fertig. Die verbleibenden Arbeiten machen aus der geschlossenen Hülle ein fertiges, abgenommenes Zuhause.

Innenfertigstellung (2–4 Wochen)

Bereiche an Modulstößen werden gespachtelt, geschliffen und gestrichen, passend zu den werkseitig fertigen Flächen. Leisten, Übergänge und Details werden finalisiert. Endmontage von Leuchten, Abdeckungen und Sanitärarmaturen folgt. Bodenübergänge zwischen Modulen werden sauber abgeschlossen.

Hausanschlüsse (je nach Versorger)

Der Anschluss von Wasser, Abwasser, Strom und Gas an öffentliche Netze oder an Brunnen/Abwasseranlagen erfordert Abstimmung mit Versorgern und kann je nach Region Tage bis Wochen dauern. Diese Zeit ist standortabhängig.

Abnahmen und Prüfungen

Die Bauabnahme bestätigt die Einhaltung lokaler Vorschriften. Bei Passivhaus-zertifizierten BIOBUILDS-Häusern bestätigt ein Blower-Door-Test die Luftdichtheit für die Zertifizierung. Geprüft werden unter anderem Statikverbindungen, Elektro, Sanitär, Haustechnik und Brandschutz. Nach Freigabe erhalten Sie die Nutzungsfreigabe.

Gesamtdauer

Von der Modullieferung bis zum Einzug: typischerweise 4–6 Wochen für Fertigstellung vor Ort, Hausanschlüsse, Abnahmen und Restarbeiten. Im Vergleich dazu benötigen klassische Bauweisen oft 8–12 zusätzliche Monate, um denselben Stand zu erreichen.


Die 48 Stunden von der Abfahrt aus der Fabrik bis zur wetterschutzdichten Montage sind der sichtbarste Vorteil der Modulbauweise. Was auf klassischen Baustellen über Monate in Etappen mit Wetterrisiken und Gewerke-Abhängigkeiten passiert, wird hier auf einen präzise geplanten Tag verdichtet. Ihr Haus kommt weitgehend fertig an, steht innerhalb weniger Stunden geschützt auf dem Fundament und ist innerhalb von Wochen statt Monaten bezugsbereit.

Wer schon einmal gesehen hat, wie sich klassische Baustellen durch Wetter, Termine und Schnittstellen ziehen, erlebt am Krantag etwas Seltenes: Ihr neues Zuhause steht real, greifbar und geschlossen auf Ihrem Grundstück, schneller als viele konventionelle Häuser überhaupt bis zum Rohbau kommen.

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Häufige Fragen

Ein typisches Haus mit zwei Modulen kann an einem Tag per Kran gesetzt und wetterschutzdicht geschlossen werden, oft mit nur 4–6 Stunden tatsächlicher Kranarbeit. Komplexere Häuser mit 4–6+ Modulen benötigen meist 2–3 Tage. Das erste Modul ist in der Regel innerhalb von 1–2 Stunden nach Ankunft und Aufbau des Krans bereit für die Platzierung.

Für die meisten Wohnmodule liegt die erforderliche Kranleistung bei etwa 60–100 Tonnen. Die exakte Größe hängt vom Modulgewicht (typischerweise 7–18+ Tonnen pro Modul), der benötigten Ausladung zur Fundamentposition und den Bedingungen vor Ort ab. Kranunternehmen prüfen die Baustelle vorab und wählen den kleinsten Kran, der den Job sicher erledigt. Größere Krane sind teurer.

Erforderlich sind: fertiggestelltes Fundament mit ebenen Auflagerpunkten, mindestens 8×8 m Stellfläche für den Kran, freie Zufahrt (mind. 4 m Breite, 4,5 m Durchfahrtshöhe), mindestens 4,5 m Abstand zu Stromleitungen sowie tragfähiger Untergrund für das Krangewicht. Die Fundamentarbeiten laufen parallel zur Fertigung in der Fabrik.

In Europa liegen Transportkosten typischerweise bei etwa 8 €/km pro Modul. Regionale Lieferungen (unter 200 km) bewegen sich häufig zwischen 3.000 und 8.000 € inklusive Kranleistungen. Grenzüberschreitende oder längere Strecken erhöhen die Kosten durch zusätzliche Genehmigungen und Begleitfahrzeuge. BIOBUILDS koordiniert Lieferung und Logistik im Rahmen der Projektabwicklung für Ziele in , Deutschland und Österreich.

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Verfasst von

Andreea B.

Kundenbetreuungsleitung, BIOBUILDS

Andreea begleitet Familien durch jeden Schritt ihrer Modulhaus-Reise, von der Erstberatung bis zum Einzugstag. Mit fast einem Jahrzehnt im Passivhaus-Sektor hat sie über 200 Haushalten in , Deutschland und Österreich geholfen, ihre ideale Konfiguration zu finden und den Zertifizierungsprozess zu navigieren.

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