3 Jahre im Passivhaus: echte Einsparungen (Fallstudie) | BIOBUILDS
Außenansicht des 95 m² BIOBUILDS Passivhauses von Alex und Andreea
Fallstudie

3 Jahre im Passivhaus: echte Einsparungen

A
Andreea B. Leitung Kundenerlebnis
26. Januar 2026 9 Min. Lesezeit
Zuhause von Alex und Andreea, Rumänien

Nach 3 Jahren in ihrem 95 m² BIOBUILDS Serenity haben Alex und Andreea im Vergleich zu konventionellen Energiekosten rund 2.800 € gespart. Ihre jährlichen Energiekosten liegen im Schnitt bei etwa 1.250 € und decken Heizung, Warmwasser, Lüftung und den gesamten Haushaltsstrom ab. Allein das Heizen kostet ungefähr 100 € pro Jahr. Hier ist die komplette Aufschlüsselung.

Als Alex und Andreea 2022 mit der Haussuche begannen, gab es eine nicht verhandelbare Anforderung: Sie wollten nicht zu Sklaven ihres Hauses werden. Nicht in 5 Jahren, nicht in 20 Jahren. Sie hatten gesehen, wie Freunde und Familie Geld in Heizkosten, Notfallreparaturen und endlose Wartung steckten. Sie wollten ein Zuhause, das sich um sie kümmert, nicht umgekehrt.

Drei Jahre später haben sie harte Zahlen, die ihre Entscheidung belegen. Ihr 95 m² Passivhaus hat sie über 36 Monate insgesamt 3.705 € an Energie gekostet. Ein vergleichbares konventionelles Haus in Rumänien hätte im selben Zeitraum etwa 6.500 € gekostet. Die Differenz, knapp 2.800 €, ist echtes Geld, das in ihrer Tasche geblieben ist. Aber Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte.

Warum sie sich für ein Passivhaus entschieden

Die Entscheidung war nicht primär eine Kostenfrage. Es ging um Nachhaltigkeit, für ihre Zukunft und für den Planeten. Alex arbeitet in der Tech-Branche, Andreea im Marketing. Sie verbringen die meiste Zeit drinnen, oft im Homeoffice. Innenraumluft, thermischer Komfort und langfristige Robustheit waren ihnen wichtiger als ein paar Euro weniger pro Monat.

Wir wollten nicht über unser Haus nachdenken. Wir wollten uns nicht sorgen, dass Dämmung nachlässt, Systeme ausfallen oder Energiepreise explodieren. Wir wollten eine gute Entscheidung treffen und dann einfach leben.

Alex

Der Passivhaus-Standard bot genau das: eine Bauweise, die auf langfristige Performance statt auf kurzfristige Kostenoptimierung ausgerichtet ist. Die Zertifizierung verlangt verifizierte Ergebnisse, also echte, überprüfte Werte, nicht nur Planungsabsichten. Entweder ein Gebäude besteht, oder es besteht nicht. Diese klare Logik hat beide überzeugt.

Sie dachten auch an den 20-Jahres-Horizont. Energiepreise in Rumänien waren volatil. In der Krise 2022 stieg der Großhandelspreis für Strom auf bis zu 489 €/MWh, bevor staatliche Preisdeckel griffen. Gas-Subventionen laufen 2026 aus. Wer heute konventionell baut, wettet darauf, dass Energie billig bleibt. Alex und Andreea wollten diese Wette nicht eingehen.

Das Haus: Serenity mit 95 m²

Sie entschieden sich für das BIOBUILDS Modell Serenity, 95 m² mit 3 Schlafzimmern, ausgelegt für eine kleine Familie. Die modulare Bauweise bedeutete: 21 Tage Produktion im BIOBUILDS Werk, danach Transport und Montage auf ihrem Grundstück in weniger als einer Woche. Gesamtdauer vom Vertrag bis zum Einzug: rund 6 Wochen.

95
m² Wohnfläche
12
kWh/m² jährlicher Heizwärmebedarf
0.4
ACH Luftdichtheit (besser als gefordert)

Das Haus erfüllt die Passivhaus-Classic-Zertifizierung: Heizwärmebedarf unter 15 kWh/m² pro Jahr, Luftdichtheit unter 0,6 Luftwechseln pro Stunde bei 50 Pa und Primärenergie unter 60 kWh/m² jährlich. Die gemessenen Werte waren sogar besser: 12 kWh/m² Heizwärmebedarf und 0,4 ACH Luftdichtheit, ein Vorteil der präzisen, werkseitig kontrollierten Fertigung.

Zu den Kernsystemen gehören eine Zehnder KWL-Anlage (kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung), die permanent gefilterte Frischluft liefert und rund 90 % der Abluftwärme zurückgewinnt, dreifach verglaste Fenster mit U-Werten von 0,8 W/m²K sowie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für den geringen Heiz- und Warmwasserbedarf. Die Wände nutzen 300 mm Holzfaser-Dämmung: organisch, diffusionsoffen und hochwirksam.

Wofür die Energie wirklich draufgeht

Hier werden Passivhaus-Daten spannend. In einem konventionellen Haus dominiert Heizung oft mit 55–80 % des Gesamtverbrauchs. Bei Alex und Andreea dreht sich die Rangfolge komplett um.

Kategorie kWh/Jahr Anteil Kosten/Jahr
Warmwasser 2.280 40% ~570 €
Haushaltsstrom (Geräte & Elektronik) 1.710 30% ~425 €
Raumheizung 1.140 20% ~100 €*
Beleuchtung 285 5% ~70 €
KWL-Lüftung 285 5% ~70 €
Summe 5.700 100% ~1.235 €

*Wärmepumpe mit SCOP 3,5: 1.140 kWh Wärme entsprechen ~325 kWh Strom

Die wichtigste Erkenntnis: Warmwasser ist der größte Posten, nicht Heizen. Genau das ist das typische Muster eines gut funktionierenden Passivhauses. Wenn der Heizwärmebedarf um rund 90 % sinkt, werden Dinge, die früher kaum ins Gewicht fielen, wie Duschen, Geschirrspüler und Waschmaschine, zur Hauptlast.

Für Raumheizung zahlen sie rund 100 € pro Jahr. Kein Tippfehler. Der saisonale Leistungsfaktor (SCOP) der Wärmepumpe von 3,5 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3,5 kWh Wärme. In Kombination mit einem Heizwärmebedarf von nur 12 kWh/m² ist die Rechnung simpel: 95 m² × 12 kWh/m² = 1.140 kWh Wärmebedarf, geteilt durch 3,5 SCOP = ~325 kWh Strom, multipliziert mit 0,25 €/kWh = grob 80–100 €.

Kernaussage

Im Passivhaus wird Heizen fast irrelevant für die Rechnung. Warmwasser und Haushaltsstrom dominieren. Damit hängt der Verbrauch stärker von deinem Verhalten (Duschdauer, Effizienz der Geräte) ab als von externen Faktoren wie Winterhärte oder Energiepreisen.

Kosten Jahr für Jahr: 2023–2025

Die Energiepreise in Rumänien waren in den letzten drei Jahren volatil. Staatliche Preisdeckel hielten Strom bis Mitte 2025 künstlich niedrig, danach liefen sie aus, mit einem Sprung von 30–50 % praktisch über Nacht. Das spiegelt sich in den Rechnungen von Alex und Andreea. Dank des niedrigen Verbrauchs war der Effekt aber gut beherrschbar.

Jahr Ø €/kWh Verbrauch Jahreskosten
2023 0,19 € 5.650 kWh 1.075 €
2024 0,21 € 5.720 kWh 1.200 €
2025 0,25 € 5.730 kWh 1.430 €
Summe (3 Jahre) 17.100 kWh 3.705 €

Auffällig: Der Verbrauch blieb über alle drei Jahre praktisch konstant, bei rund 5.700 kWh pro Jahr, obwohl 2024 ein kälterer Winter war und 2025 im Juli eine Hitzewelle brachte. Die Gebäudehülle puffert Extreme. Was sich änderte, war der Preis, nicht der Bedarf.

Der Sprung 2025 von 1.200 € auf 1.430 € kommt durch das Ende der Preisdeckel im Juli 2025. Der Verbrauch änderte sich kaum (5.720 → 5.730 kWh), aber der Durchschnittspreis stieg von 0,21 auf 0,25 €/kWh. Selbst bei diesem Preisanstieg von 19 % stiegen die Jahreskosten nur um 230 €, weil die Verbrauchsbasis so niedrig ist.

Vergleich mit konventionellen Häusern

Was hätten Alex und Andreea in einem konventionellen rumänischen Haus mit 95 m² gezahlt? Das durchschnittliche Wohngebäude in Rumänien verbraucht etwa 308 kWh/m² pro Jahr, einer der höchsten Werte in der EU. Das entspricht rund 29.260 kWh pro Jahr für 95 m².

2.795 €
Gesamte Einsparung über 3 Jahre gegenüber den Energiekosten eines konventionellen Hauses ähnlicher Größe
Basis: 308 kWh/m² konventionell vs. 60 kWh/m² gemessen

Konventionelle Häuser in Rumänien nutzen häufig Gas zum Heizen (subventioniert mit 0,061 €/kWh bis März 2026) und Strom für den Rest. Daher ist die Mischkalkulation komplexer:

Jahr Konventionell (Schätzung) Passivhaus (Ist) Einsparung/Jahr
2023 1.850 € 1.075 € 775 €
2024 2.050 € 1.200 € 850 €
2025 2.600 € 1.430 € 1.170 €
Summe (3 Jahre) 6.500 € 3.705 € 2.795 €

Die Einsparungen steigen von Jahr zu Jahr, von 775 € über 850 € auf 1.170 €, weil konventionelle Kosten schneller zulegen als die Passivhaus-Kosten. Die Gas-Subventionen enden im März 2026, was konventionelle Heizkosten voraussichtlich um weitere 50–100 % erhöht. Die vollelektrische, sehr effiziente Lösung von Alex und Andreea wird dadurch noch vorteilhafter, wenn Gaspreise sich normalisieren.

Prognose Jahr 4 (2026): Wenn die Subventionen auslaufen und Gas auf Marktniveau steigt (ca. 0,10–0,12 €/kWh), könnten allein die Heizkosten eines konventionellen Hauses bei 1.700–2.000 € liegen. Mit Strom für Geräte und Warmwasser könnten die Gesamtkosten über 3.000 € steigen. Das Passivhaus von Alex und Andreea bleibt voraussichtlich bei 1.400–1.500 €. Die Lücke wird größer.

Wie sich das Wohnen tatsächlich anfühlt

Zahlen sind hilfreich, aber sie zeigen nicht, wie es sich im Alltag anfühlt. Das sind die größten Unterschiede, die Alex und Andreea nach drei Jahren nennen:

Konstante Temperaturen

Das Haus hält 21–22 °C nahezu ganzjährig mit minimalem Eingriff. Keine kalten Bereiche an Fenstern, keine Zugluft, keine Räume, die deutlich wärmer oder kühler sind. Der Temperaturunterschied zwischen Boden und Decke liegt meist unter 1 °C. Im Winter läuft die Wärmepumpe an sehr kalten Nächten vielleicht ein paar Stunden. Im Sommer halten außenliegende Verschattung und die thermische Trägheit das Haus auch ohne Klimaanlage angenehm.

Die größte Umstellung war, keine Heiz-Routine mehr zu haben. In unserer alten Wohnung hieß Oktober: Heizkörper aufdrehen, Thermostate anpassen, entlüften. Hier machen wir einfach nichts. Das Haus regelt es.

Andreea

Luftqualität

Die KWL sorgt konstant für frische Luft, gefiltert, temperiert und mit stabiler Luftfeuchte. Sie müssen nicht mehr zwischen Frischluft und Komfort wählen. Andreeas saisonale Allergien haben sich spürbar verbessert, da die F7-Filter einen Großteil von Pollen und Partikeln herausfiltern. Staub sammelt sich deutlich weniger als in ihrem früheren Zuhause.

Ruhe

Dreifachverglasung und stark gedämmte Wände reduzieren Geräusche um etwa 35–40 dB. Ihr Grundstück liegt nahe einer moderat befahrenen Straße, innen hören sie Verkehr kaum. Die KWL läuft dauerhaft, aber mit 25–30 dB, leiser als ein Kühlschrank. Regelmäßig hörbar ist höchstens das gelegentliche Anspringen der Wärmepumpe.

Die mentale Entlastung

Vielleicht die größte Veränderung ist psychologisch. Sie denken kaum an ihr Haus. Sie prüfen keine Wetterprognosen, um „vorzuheizen“. Sie sorgen sich nicht, ob sie es nächsten Winter warm genug halten können. Das Haus funktioniert leise im Hintergrund, während sie sich auf ihr Leben konzentrieren.

Genau das war das Ziel: ein Zuhause, das sich um sie kümmert, statt ständig Aufmerksamkeit zu verlangen. Nach drei Jahren erfüllt es das exakt.


Für Alex und Andreea sind 2.800 € Ersparnis über drei Jahre relevant, aber nicht lebensverändernd. Wichtiger ist die Richtung: Einsparungen, die mit steigenden konventionellen Kosten wachsen, ein Gebäude, das in Jahr 20 genauso performt wie heute, und ein Alltag ohne die kleinen Sorgen ineffizienter Gebäude. Die Investition ging nicht um die Rechnung dieses Jahres, sondern um die nächsten 50 Jahre ohne ständige Gedanken daran.

Zuletzt aktualisiert
Teilen

Häufige Fragen

Das 95 m² Passivhaus von Alex und Andreea kostet ~100 €/Jahr für Raumheizung (325 kWh Strom über Wärmepumpe). Gesamte Energiekosten inkl. Warmwasser, Haushaltsstrom, Lüftung: 1.200–1.400 € pro Jahr.

Rund 2.800 € Ersparnis in 3 Jahren gegenüber einem konventionellen Haus. Jährlich: 775–1.170 €, steigend, weil konventionelle Kosten stärker wachsen, während der Passivhaus-Verbrauch bei ~5.700 kWh bleibt.

Konstante 21–22 °C, keine kalten Zonen. KWL liefert permanent gefilterte Frischluft, deutlich weniger Staub. Die größte Umstellung: keine „Heizsaison“, um die man sich kümmern muss.

Ja. Das kontinentale Klima (Winter bis -15 °C bis -18 °C) passt sehr gut. Timișoara-Studie: über 80 % weniger Heizenergie, Amortisation in rund 5 Jahren. Das Haus von Alex und Andreea liegt über den Zertifizierungsanforderungen.

A
Geschrieben von

Andreea B.

Leitung Kundenerlebnis, BIOBUILDS

Passivhaus-Beraterin · 8 Jahre Erfahrung

Andreea begleitet Familien auf dem Weg zum modularen Zuhause. Mit fast einem Jahrzehnt Erfahrung im Passivhaus-Sektor hat sie über 200 Haushalte in Rumänien, Deutschland und Österreich durch den Prozess geführt.

Konfiguriere dein Serenity

Starte mit unserem interaktiven Konfigurator. Wähle Grundriss, passe Ausstattungen an und erhalte sofort eine Schätzung für dein zertifiziertes Passivhaus.

Jetzt konfigurieren

© 2026 BIOBUILDS